Vom Untergang des Rechts

Als ehemaliger S6-Soldat, Managing Partner einer Rechts- und Unternehmensberatung sowie parallel freiberuflich tätiger IT-Sicherheits-Freelancer mit fast 25 Jahren Berufserfahrung war ich nachweislich einer der drei besten Mitarbeiter im gesamten DACH-, Frankreich-, Spanien-, Portugal-, Benelux- und UK-Markt in einem großen Google-Projekt. Dies ist nicht „gefühlt“ oder „meiner Meinung nach“, sondern anhand der Google-eigenen Systeme, Kennzahlen und Zeugen belegbar.

Hundert Prozent Qualität. Nicht 99, nicht 98, nicht „auch ganz gut“. Exakt 100 %, technisch wie menschlich. Fortwährend. Während dieselben Systeme zeitgleich ein Qualitätsziel von 70 % als „noch gut“ durchgewunken haben.

Was passiert in einer halbwegs rationalen Welt, wenn jemand in so einem Umfeld konstant 100 % liefert?

  • Man schützt diese Person.
  • Man hört ihr zu, wenn sie strukturelle Fehler adressiert.
  • Man nutzt sie als Referenz für Standards.

In meiner Realität geschah das Gegenteil. Ich durfte mir anhören, ich sei ein „Massenmörder“, weil ich die Gift-Plörre der Corona-Plandemie verweigert habe, ein „Rassist“, weil ich Wert auf Leistung lege, ich sei „homophob“ und „toxisch“, weil ich mir erdreistet habe, von erwachsenen Menschen im Arbeitskontext so obszöne Dinge zu verlangen wie: Arbeitsdisziplin, technische Sorgfalt, nachvollziehbare Dokumentation, respektvollen Umgang und das Einhalten minimaler Qualitätsstandards.

Kleine Randnotiz: Ich habe 16 Jahre mit meinem Ehemann in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gelebt. Aber klar, wenn jemand im Jahr 2021 noch den Unterschied zwischen professionellem Anspruch und Identitätspolitik nicht erträgt, dann ist derjenige, der Leistung fordert, natürlich „homophob“. Man kennt diesen intellektuellen Tiefflug inzwischen ja zur Genüge.

Das ganze spielt sich vor dem Hintergrund eines Arbeitsgerichtsverfahrens in Portugal ab, das seit 22.06.2023 faktisch auf der Stelle tritt, während ich meine Wohnung, meine gesamte IT-Ausstattung und de facto meine wirtschaftliche Existenz verloren habe, und bis heute niemand im System bereit oder in der Lage ist, die elementarsten Verfahrensschritte zu vollziehen.

Diese Blogserie ist der Versuch, das alles einmal sauber, detailreich und gnadenlos ehrlich auseinanderzunehmen. Forensisch.

Bevor wir zu Gerichten, Anwälten und Dummenkult kommen, kurz zur Einordnung:

Ich war Teil eines europäischen Vendor-Setups. Auf dem Papier Angestellter eines „Dienstleisters“ (Teleperformance, Cognizant, Tech Mahindra, usw.), in der Realität Vollzeit und exklusiv für Google-Workloads eingesetzt. Google Quiet-Period, Google Vaccination-Policy, Google-Kalender, Google-Tools, Google-Policies, Google-Ketten von Eskalationen. Nur das Gehalt kam von der Low-Cost-Schiene, nicht aus Mountain View.

Meine Aufgabe: hochgradig sensible Fälle im europäischen und angrenzenden Markt bearbeiten. Verantwortung für mehrere Teams. Technisch komplex, kommunikativ anspruchsvoll, mit unmittelbaren Auswirkungen auf Betroffene Kunden, die durch Fehlberatung der technisch völlig inkompetenten Mitarbeiter gerne auch mal mehrere zehntausend Euro verlieren. Ein Feld, in dem Fehler nicht einfach „blöd gelaufen“ sind, sondern, wie zuvor, realen Schaden anrichten.

In dieser Konstellation war meine Performance-Kurve absurd klar:

  • internen Metriken zufolge konstant unter den Top drei im gesamten multi-Länder Marktsegment (DACH, B, E, F, I, NL, P, UK)
  • systematisch 100 % Zielerreichung bei Qualität,
  • regelmässig als Referenz für komplexe Fälle herangezogen,
  • gleichzeitig einer der wenigen, die noch versucht haben, die Latte nicht auf Knöchelhöhe zu legen.

Währenddessen wurde die offizielle Erwartungshaltung sukzessive weichgespült: 70 % Qualität reichen, Hauptsache die Oberflächenstatistik sieht „grün“ aus. Ein Konzern, der Milliarden in „AI Safety“ und Hochglanzethik investiert, aber im operativen Kern in Europa plötzlich mit 70 % zufrieden ist. Das ist nicht nur zynisch, das ist gefährlich.

Wie wird aus so einem Profil ein „Problemfall“? Man braucht dafür nicht viel. Es reichen:

  1. Ein Milieu, in dem jede Form von klarer Rückmeldung als „Angriff“ etikettiert wird.
  2. Führungskräfte, die Konfliktvermeidung mit „Empathie“ verwechseln.
  3. Ein Konzern, der lieber sein eigenes Marketingnarrativ streichelt, als unangenehme interne Wahrheiten zu ertragen.

Ich habe Dinge angemerkt wie:

  • „Diese Entscheidung ist technisch falsch und verstösst gegen die eigenen Guidelines.“
  • „Mit dieser Fehlerquote gefährden wir Betroffene.“
  • „Wenn wir so weitermachen, belügen wir uns selbst.“

Reaktion? Kein fachlicher Diskurs, keine sachliche Entgegnung, sondern die übliche Flucht in moralische Diffamierung:

  • Wer Risiken benennt, wird als „toxisch“ geframet.
  • Wer schlechte Performance anspricht, ist „unangenehm“, „zu hart“, „nicht teamfähig“.
  • Wer auf Professionalität besteht, „versteht die Kultur nicht“.

Und dann kommt der Kipppunkt, an dem die Sprache komplett entgleist: Wenn jemand, der Excel kaum von PowerPoint unterscheiden kann, sich moralisch überlegen fühlt, weil er das richtige Vokabular aus dem Diversity-Baukasten beherrscht und plötzlich mit Begriffen wie „Massenmörder“ hantiert, nur weil ihm fachliche Kritik nicht schmeckt.

Das ist kein Einzelfall, sondern Symptom. In Europa hat sich bei Google und seinen Zulieferern ein Klima etabliert, in dem Kompetenz verdächtig, und Mittelmass geschützt wird. Nicht offiziell, versteht sich. In der Praxis aber sehr deutlich spürbar.

Ich nenne das, mit voller Absicht, Dummenkult. Ein System, in dem Emotionalität und Gruppendynamik verlässlich jede Form von fachlicher Seriosität überstimmen.

Ein paar Konstanten dieses Kults:

  • Verwechslung von Kritik mit Angriff:
    Wer auf Fehler hinweist, „greift Personen an“. Die Lösung ist dann nicht Fehlerkorrektur, sondern Schweigedisziplin.
  • Inflation der moralischen Kampfbegriffe:
    „Rassist“, „homophob“, „Massenmörder“, unter dem geht’s heuer nicht mehr, alles sofort verfügbar, alles jederzeit einsetzbar gegen Menschen, die es wagen, etwas zu sagen, das nicht in die Wohlfühlblase passt.
  • Identität als Allzweckwaffe:
    Der Inhalt spielt keine Rolle mehr, nur noch, wer ihn ausspricht. Fachliche Einwände von jemandem, der nicht zum inneren Zirkel gehört, werden als „Tone Problem“ verklärt.
  • Strukturelle Feigheit:
    Führung findet nicht statt. Statt sich vor einen High-Performer zu stellen, der fachlich Recht hat, wird die Person geopfert, damit die Gruppe in Ruhe weiterwursteln kann. Bekanntlich gilt: Only first class people hire first class people.

Für jemanden mit meinem Hintergrund, zehn Jahre Managing Partner einer Rechts- und Wirtschaftsberatungskanzlei, mehrere selbst verfasste Verfassungsbeschwerden zum Bundesverfassungsgericht, gewöhnt an strukturierte Argumentation und Beweislast, ist dieses Milieu schwer zu ertragen.

Nun könnte man sich denken: Gut, der Konzernbereich ist toxisch, aber dafür gibt es ja Gerichte. Das ist der Moment, an dem ich leise lache.

Faktenstand, nicht gefühlte Wahrheit:

  • Klageeinreichung im Mai 2023.
  • Erste Sitzung des Arbeitsgerichts im Juni 2023.
  • Seitdem: kein Urteil, kein belastbarer Fortgang, kein verwertbarer Fortschritt.
  • Dutzende von Beweisstücken, rund 96 Beweisstücke, viele davon Anlagenkonvolute mit bis zu 50 Seiten.
  • Zeugen sind angeboten, teils aus dem innersten System des Projekts.
  • Die Beklagte hat es geschafft, mehrfach Fristen zu versäumen und sich sogar prozessuale Geldstrafen einzufangen. Konsequenz? Keine.

Parallel dazu:

  • Ich habe meine Wohnung verloren.
  • Ich habe meine IT-Infrastruktur verloren, also die Grundlage meines Berufes.
  • Ich habe keinerlei laufende Einnahmen mehr.

Das Verfahren bewegt sich seit dem 22.06.2023 nahezu nicht. Die erste Richterin war über gut zwei Jahre faktisch inaktiv. Der neue Richter seit September 2025 hat bislang auch keine sichtbare Struktur in die Sache gebracht.

Die Arbeitsgerichte in Portugal sind notorisch überlastet, heisst es. Gut, das mag sein. Aber das hier ist kein abstrakter Stau, sondern ein konkreter Fall, in dem ein Mensch seit Jahren ohne Einkommen dasteht, weil sein Arbeitgeber mutmasslich rechtswidrige Konstruktionen mit „Vendoren“ betrieben hat, und das System schweigt.

Ich habe an das Gericht geschrieben, an den Justizrat, an die Anwaltskammer, an Abgeordnete. Ich habe seitenlange, juristisch fundierte Eingaben verfasst, jede für sich strukturiert, belegt und zitationsfähig. Die Reaktion im portugiesischen System? Keine.

Ein besonderes Kapitel in diesem absurden Theater ist die Rolle der sogenannten advogados oficiosos, der gerichtlich beigeordneten Pflichtanwälte.

In der Theorie ist das einfach:

  • Wer sich keinen Anwalt leisten kann, bekommt einen gestellt.
  • Dieser Anwalt hat die gleichen Pflichten wie jeder andere: Sorgfalt, Kommunikation, aktiver Verfahrensbetrieb.

In meiner Praxis in diesem Verfahren:

  • Es wurden nacheinander mehrere Pflichtanwälte bestellt.
  • Ein Teil hat sich nach kürzester Zeit wieder verabschiedet.
  • Andere haben über Monate faktisch nichts unternommen, nichts, was im Ergebnis messbar zu einer Beschleunigung geführt hätte.
  • Kommunikation mit dem Mandanten (also mir) war rudimentär bis nicht existent.

Der jüngste Kandidat, am 07.11.2025 bestellt, reagiert zunächst überhaupt nicht auf meine Mails, Anlagen, Matrizen, Chronologien. Und als er sich meldet, teilt er mir im Grunde mit, dass er mit meiner Art, ein hochkomplexes Verfahren zu dokumentieren, nichts anfangen kann, von „realitätsfernen“ Forderungen spricht und dann, in edler Unabhängigkeit, ankündigt, um Entpflichtung zu bitten.

Man könnte fast meinen, die Anwaltskammer betreibt eine Art internes Katapult: Mandant rein, Anwalt raus, Mandant wieder rein, nächster Anwalt raus. Nur dass mein Leben auf der anderen Seite dieses Mechanismus liegt.

Wer sich in Portugal freiwillig in die Liste der Pflichtanwälte einträgt, weiss, worauf er sich einlässt: Es gibt schwere Mandate, es gibt komplexe Sachverhalte, es gibt unbequeme Mandanten. Wer das nicht will, soll sich schlicht nicht eintragen. Aber sich nominieren lassen, die beigeordnete Aufgabe annehmen und dann bei der ersten ernsthaften fachlichen Reibung das Weite suchen, ist keine „Unabhängigkeit des Anwaltsberufs“. Es ist Flucht.

Wir leben in einer Zeit, in der Institutionen sich grossartige Selbstbeschreibungen geben:

  • Konzerne sprechen von „inclusion“, „safety“, „human rights commitment“.
  • Gerichte schreiben sich „effektiven Rechtsschutz“ und „angemessene Verfahrensdauer“ in die Leitbilder.
  • Anwaltskammern betonen Ethik, Deontologie und Pflichten gegenüber Bedürftigen.

Auf dem Papier klingt das alles wunderbar.

In der Realität meines Falls bedeutet es:

  • Ein Konzernökosystem, das High-Performer systematisch neutralisiert, wenn sie zu unbequem werden.
  • Ein Arbeitsgericht, das in einem Verfahren mit existenziellen Folgen über mehr als zwei Jahre gar nicht strukturiert vorankommt.
  • Eine Reihe von Pflichtanwälten, die die ihnen übertragene Verantwortung nicht trägt, sondern abwirft.

Das ist kein „Einzelfallpech“, das ist strukturell. Was mir passiert, ist die logische Folge aus:

  • wirtschaftlicher Asymmetrie (Google & Co. vs. einzelner Arbeitnehmer),
  • prozessualer Trägheit,
  • und einer Berufsauffassung, in der die formale Unabhängigkeit gern als Vorwand dient, unliebsame Mandate zu meiden.
  • Niemand im System übernimmt Verantwortung.
    Wenn der Konzern schweigt, das Gericht schweigt, die Anwaltskammer schweigt und die Politik lieber über irgendetwas Symbolisches diskutiert, dann bleibt nur noch die Öffentlichkeit.
  • Ich habe nichts mehr zu verlieren, was nicht ohnehin schon zerstört wurde.
    Wohnung weg, Arbeitsmittel weg, Einkommen weg. Was genau soll mir noch genommen werden?
  • Ich habe die Dokumentation.
    Ich habe E-Mails, Logs, Kennzahlen, Zeugenlisten, Gerichtsdokumente, Stellungnahmen. Ich habe ein lückenloses Dossier, das nicht in die übliche „wird schon alles nicht so schlimm gewesen sein“-Schublade passt.
  • Es geht nicht nur um mich.
    Wer glaubt, mein Fall sei exotisch, hat nicht verstanden, wie diese Vendor-Modelle funktionieren. Ich bin einer der wenigen, die das Ganze strukturiert aufschreiben und rechtlich angreifen. Die meisten verschwinden einfach aus der Statistik: krank, ausgebrannt, finanziell ruiniert, beruflich diskreditiert.

Peu á Peu schreibe ich u.a. zu:

Wie die Arbeitsabläufe aussahen, welche Tools, welche Kennzahlen, welche Strukturen, und warum das nach europäischem Arbeitsrecht nicht als harmlose „Dienstleistung“ durchgeht.

Wie aus sachlicher Kritik „Massenmörder“ und „Rassist“ konstruiert wurden und welche Mechanismen dahinter stehen.

Eine Chronologie der Verfahrensschritte, der Unterlassungen, der Fristversäumnisse und der institutionalisierten Trägheit.

Was das Berufsrecht verlangt, was tatsächlich passiert ist, und welche Konsequenzen daraus folgen müssten.

Systemische Risiken, von EU-Arbeitsrecht bis SEC-Exposure

Warum mein Fall nicht nur eine persönliche Katastrophe ist, sondern ein Compliance-Risiko in Milliardenhöhe, wenn man ihn ernsthaft zu Ende denkt.

Mal sehen, was die USS Committees mit den woken Nachrichten aus dem untergehenden Europa so anstellen.

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